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Restaurierung des Brixener Domes

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Originalbericht von Herrn Monsignore Johannes Messner, Domdekan.

Sanierung der Domtürme

Arbeiten am Nordturm beendet, Arbeiten am Südturm begonnen.

Nach Abschluss der Neueindeckung des Domdaches am 13. September wurde sogleich mit der Sanierung der beiden Domtürme durch die Dachdeckermeister der
Fa. Kaiser & Wolf, Toblach, begonnen.

 

Zur Geschichte der Domtürme

Der erste Dom von Brixen ist im 10.Jh. in karolingisch-ottonischem Stil erbaut worden. Er fiel in der Osternacht 1174 einem zerstörendem Großbrand zum Opfer.[1] Er hatte kein Westwerk.
Die Zweiturmfassade reicht bis ins 12.Jh. zurück. Bischof Hartmann(1140-1164) hat den Westchor des Domes abbrechen und an dessen Stelle die Fassadentürme errichten lassen, deren unterer Teil bis zu den Glockenstuben noch erhalten ist.[2]
Fürstbischof Georg von Stubai(1437-1443) ließ den Südturm mit einem gotischen Spitzhelm versehen.[3]
In den Jahren 1610-1612 ließ Fürstbischof Christoph Andreas von Spaur nach den Plänen des Hofbaumeisters Hans Reichle von Andrä Tanner den Nordturm des Domes aufhöhen und in die heutige Form (Achtecktambour und Kuppel) bringen, den Südturm mit der Spitzdachform ließ er neu eindecken.[4]
Der Südturm wurde dann 1748 bis 1753 unter Fürstbischof Leopold Graf Spaur von Simon Rieder und Andrä Stippler dem Nordturm stilmäßig angeglichen.[5]

[1-5] Karl Wolfsgruber, Dom und Kreuzgang von Brixen

 

Restaurierungen 1894-97 und 1985/86

Bei der ersten Restaurierung in den Jahren 1894-1897 durch Albrecht Steiner von Felsburg wurden die Außenfassade und auch die Türme in einem grauen Ton gestrichen.

Bei der zweiten Restaurierung 1985-86 durch die Gebrüder Peskoller aus Bruneck unter Domdekan Karl Schmidhofer erhielten die Türme einen Anstrich gemäß den Farbresten der Mitte des 18.Jh. Die Architekturmalerei der Barockzeit an den Außenfassaden des Domes, die eindeutig noch feststellbar war, wurde wieder hergestellt, um die allzu schlichten Wandflächen zu gliedern.

Die Restaurierung 2001/2002

Im Zusammenhang mit der Erneuerung des Domdaches schritt man im Herbst 2001 zu einer strukturellen Sanierung der Domtürme. Die Sanierungsarbeiten erwiesen sich für dringlicher und umfangreicher als zunächst angenommen. Ursprünglich war an eine Neueindeckung der Türme mit neuem Kupferblech gedacht. Auf Empfehlung des Diözesanen und des Landes-Denkmalamtes hat das Kapitel am 2.August 2001 beschlossen, die Türme nicht mit neuem Kupfer zu decken, sondern sie mit ihrer "barocken Patina" zu erhalten und die bestehenden Dächer von innen und außen her zu restaurieren.

Am 17.September 2001 beganne die Dachdeckermeister der Fa. Kaiser & Wolf, Toblach, mit der Einrüstung des Nordturms. Dieser bekam für die Zeit der Arbeiten eine "blaue Mütze". Das Gerüst wurde bei den Fenstern des Oktogons aufgesetzt und bis zur Turmspitze hinaufgezogen. Beim Nordturm war auch die Dachstuhlkonstruktion zu sanieren. Die Hauptbogenrippen bei der Kuppel wurden ausgetauscht. Andere tragende Teile der Dachstuhlkonstruktion wurden ergänzt. Weiters sinnd innen, vom Oktogon aufwärts, die Treppen und die Podeste neu gemacht worden, sie waren morsch infolge der Einsickerung von Wasser. Das Material wurde mit Kran bis zum Oktogon und im obersten Teil mit einem Materialaufzug an die entsprechenden Stellen gebracht.
Am 12.Dezember wurde vom Turm das Kreuz heruntergenommen, hierauf die Kugel geöffnet, aber nicht heruntergeholt und im Protokoll festgehalten, was das im Bleibehälter liegende Kästchen enthielt.
Die Sanierungsarbeiten schritten bis zum 18.Dezember ohne Zwischenfall zügig voran. Dann folgte die Winterpause. Am 28.Jänner 2002 wurden nach der grimmigen Winterkälte die Arbeiten am Turm wieder aufgenommen.
Am Aschermittwoch, 13.Februar 2002, wird die Kugel des Nordturms wieder auf das Kreuz aufgesetzt. In einer Kapsel werden die früheren und die neuen Dokumente geschützt in die Kugel gelegt. Nach der Aufrichtung des Kreuzes sind die Arbeiten am Nordturm abgeschlossen. Das gerüst wird abgebaut und mit der Einrüstung und Sanierung des zweiten Domturmes, d.h. des Südturmes, begonnen.

Die Kosten der Sanierung beider Türme belaufen sich auf ca. 480 Millionen Lire plus Zusatzkosten.

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